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Exkursion zum Fernmeldemuseum Mühlhausen
Text: Klaus Schneider Fotos: Burkhard Hollwitz
Dank guter Vorbereitung startete unsere kleine Gruppe am Donnerstag morgens um
acht pünktlich, um sich mit einigen Erwartungen ins Thüringische zu begeben.
Die rührigen 4 Kollegen vom ehemaligen Post- und Fernmeldeamt Mühlhausen, später
Baubezirk , erwarteten uns schon vor ihrem attraktiven T-Punkt Laden, dem sich
im rückwärtigen Bereich das Fernmelde-Museum
anschließt.
Aber erst einmal, da schon Mittag, geleiteten sie uns zum “Arbeitsessen”
in eine urgemütliche historische Gaststätte, der “Antonius-Mühle”.
Unter stilechtem Tonnengewölbe tauschten beide Vereine ihre Erfolge, Probleme
und erreichten Entwicklungsschritte aus. Wir stellten viele Gemeinsamkeiten
fest, so geht es auch unseren Thüringer Kollegen um die Erhaltung technischer
Einrichtungen der Fernmeldetechnik für die Nachwelt.
Im Kommunikationszeitalter, um den Respekt heranwachsender Generationen vor
den Leistungen im Fernmeldewesen, ja einfach um Bildung. In Mühlhausen eine
weitere Seite, wird der Aspekt Werbung T-Punkt <-> Museum beachtet.
Wer von Mühlhausen hört, dem fällt in erster Linie die große Vergangenheit
der ehemaligen freien Reichs- und Hansestadt ein, die geschichtliche Rolle,
die diese Stadt als mitteldeutsches Zentrum im Bauernkrieg spielte. Hier atmet
alles Geschichte. Die Stadtmauer ist fast komplett erhalten. Vor den Toren der
Stadt wurde Thomas Müntzer 1525 hingerichtet. Es gibt so gut wie keine
Kriegsschäden. Und so luden uns die Vereinskollegen unter Führung eines
Stadtbilderklärers zum Rundgang durch ihre pulsierende, aufwendig
restaurierte Innenstadt ein. In der Kürze der Zeit warfen wir einen Blick auf
den Obermarkt, auf die mittelalterlichen, gut erhaltenen Gassen, auf die berühmte
St.-Marien-Kirche und auf den Kornmarkt.
Wir konnten die Räume des bedeutsamen Rathauses besichtigen, wo am 17. März
1525 das alte Ratsregiment beseitigt und durch den berühmten “Ewigen Rat”
ersetzt wurde. Eindrucksvoll die freigelegten Deckenausmalungen aus dieser
Zeit. Eine Besichtigung der gotischen Pfarrkirche St. Blasius, gebaut aus dem
einheimischen Travertin-Kalk-Tuffstein, beschloß diesen Teil unseres
erlebnisreichen Tages. Zur Besichtigung der Bauernkriegsgedenkstätte in der
Kornmarktkirche reichte einfach die Zeit nicht aus.
Und nun der Höhepunkt. Unsere netten Gastgeber zeigten uns ihr liebevoll
gestaltetes Fernmeldemuseum im Telekom Gebäude “An der Burg”.
Es ist ihnen gelungen, die VStw Weißenborn/ehem. Kreis Worbis vor der
Verschrottung zu bewahren, und in der Freizeit umzusetzen, aufzubauen und
funktionsfähig zu rekonstruieren. Eröffnung war 1994. Im Jahre 2000 folgte
dann die Gründung des Vereins “Fernmelde-Museum Mühlhausen e.V.” als Träger.
Die Sammlung wird ergänzt durch Endgeräte der uns bekannten
Entwicklungsschritte OB, ZB und W, durch kleine Nebenstellenanlagen, durch
ausgestellte Kabeltypen bis zum Lichtwellenleiter. Es gibt Postuniformen,
einen Prüfschrank, Karteikarten usw. zu sehen. Anschauliche Tafeln im Großformat
erklären dem technisch interessierten Besucher die Fernmeldegeschichte.
Der Raum ist durch eine helle Zwischendecke bis zur Oberkante der
Fernmeldegestelle abgesenkt, die 4 Gestellreihen mit S 22, S 50 und S 58
(etwas kürzer als unsere) stehen doppelt so breit wie die Norm auseinander,
um dem Besucher Platz zum Betrachten zu bieten. Viel Wert wurde auf gute
Beleuchtung durch Leuchtstoffröhren gelegt. Die beiden Räume wirken nicht überladen.
Ein S 22 Wähler unter Glas, mit der originellen “gebührenfreien” Ansage
darf nicht fehlen, aber das kennen wir ja.
Beide Vereine werden miteinander in Verbindung bleiben. Nach einem herzlichen
Dankeschön an Herrn Richter und seine fleißigen Vereinskollegen erfolgte,
schon spät am Tag, die Verabschiedung und die einwandfreie Rückfahrt der 7
Vereinsmitglieder nach Dresden. Ein gelungener Tag dank der rührigen Bemühungen
unseres Fahrers Samir Köckritz und des Organisators Burkhard Hollwitz.
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