Systeme mit 12 Kanälen
Ein Fernsprechkanal hat eine
Bandbreite von 4 kHz. Für die Gesprächsübertragung wird der Bereich von 300
Hz bis 3,4 kHz verwendet. In einem 2stufigen Verfahren wird jeder der 12 Kanäle
in eine Frequenzlage zwischen 60 und 108 kHz verschoben (z.B. Kanal 1: 60 – 64
kHz, Kanal 2: 64 – 68 kHz, …). So entsteht die so genannte Primärgruppe (PG)
oder auch 12-Kanalgruppe.
Diese PG kann man über Kabel übertragen.
Da beim Telefonieren immer Rede und Gegenrede möglich sein muss, erfordert das
immer Hin- und Rückrichtung gleichzeitig zu übertragen. Das kann auf
unterschiedliche Weise erfolgen:
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Für die Übertragung von
Hin- und Rückrichtung stehen je 2 Kupferdrähte (oder je 1 Doppelader) bereit,
dann wird die PG in Basislage (also 60 – 108 kHz) fortgeleitet. Das System
nennt man dann V12, abgeleitet von vier Drähten
und 12 Kanälen.
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Für die Übertragung von
Hin- und Rückrichtung stehen nur 2 Kupferdrähte (oder nur 1 Doppelader)
bereit, dann wird die Hinrichtung der PG z.B. in Basislage und die Rückrichtung
der PG in Kehrlage (d.h. umgesetzt in 6 – 54 kHz) übertragen. Das System
nennt man dann Z12, abgeleitet von zwei Drähten
und 12 Kanälen.
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Ist die Entfernung zwischen 2
Endstellen größer als 15 -18 km, muss zwischenverstärkt werden.
Endstellen und Zwischenstellen sind
in aller Regel so gestaltet, dass sie sowohl Zweidraht- als auch
Vierdrahtbetrieb realisieren können.
Demonstrieren können wir folgende
Systeme:
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Z12/V24 FB 301
(3 12-Kanalsysteme je Gestell )
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KUZ12 Bw 7
(aus Postschuldenausgleich in den 70er Jahren)
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VZ12
(16 12 Kanalsystem je Gestell; mechanische Filter)
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Systeme mit 60/120 Kanälen
Über speziell verlegte Kabel
(zweigleisig, je ein Kabel für Hin- und Rückrichtung) mit einem
Leiterdurchmesser von 1,3mm und Papierisolation konnten 60 Kanäle übertragen
werden. 5 Primärgruppen (60 – 108 kHz) werden zu einer Sekundärgruppe (SG)
oder auch 60-Kanalgruppe zusammengefasst und in ein Frequenzband von 12 – 252
kHz umgesetzt.
Der spätere Einsatz von Kabel mit
Styroflex-Isolation ermöglicht die Übertragung von Frequenzen bis 560 kHz.
Dadurch können 2 SG, also 120 Kanäle übertragen werden.
Mitte der 60er Jahre erfolgte der
Ausbau mit röhrenbestückten Einrichtungen des Systems V60/120. Ringförmig
beginnend in Berlin wurden die Bezirksstädte der DDR durch den Nordring (Neubrandenburg, Rostock, Schwerin)
und den Südring Cottbus, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Halle, Magdeburg,
Potsdam und von Karl-Marx-Stadt und Leipzig nach Gera, weiter nach Erfurt und
Suhl) miteinander durch 8- bzw. 16-paarige 2-gleisige Kabel verbunden. Etwa aller
12 km wurden unbesetzte ferngespeiste Zwischenverstärker installiert. Das darüber
realisierte Netz von PG- und SG-Verbindungen bildete die Grundlage für den
Selbstwählferndienst in der DDR.
Die rasante Entwicklung der
Halbleitertechnik und der übrigen Bauelemente führte zum raschen Austausch der
relativ störungsanfälligen Röhreneinrichtungen durch solche mit Halbleitern
bestückten. Folgende Einrichtungen
aus dieser Epoche blieben uns erhalten:
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KU48
Kanalumsetzer für 4 PG (48 Kanäle)
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UKM 120
Kanalumsetzer für 10 PG (120 Kanäle); mechanische Filter
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VKM 300
Kanalumsetzer für 25 PG
(300 Kanäle)
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ETG(B)
Trägerversorgung für V60/120-Einrichtungen
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ULT 120
Transistorisierter Leitungstrakt für V60/120
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VPU
PG-Umsetzer (bildet aus je 5 PG 1 neue SG)
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UVT
zum Rangieren und Transitschalten von PG und SG
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Systeme mit 1800/1920 Kanälen
Die Kapazitäten der
V60/120-Einrichtungen waren kurz nach ihrer Inbetriebsetzung erschöpft. Die
Erweiterung erfolgte durch Koaxialkabel mit 6 Normaltuben. Über jeweils 2 Tuben
konnten Frequenzen bis zu 5,5 MHz übertragen werden, wobei aller 6 km eine
ferngespeiste Zwischenverstärkung erfolgte. Das wiederum ermöglichte den
Einsatz technischer Einrichtungen zur Übertragung 1800 Kanälen je Tubenpaar
(im Spezialfall von 1920 Kanälen).
Uns erhalten gebliebene Einrichtungen
dieser Zeit sind:
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VLB 1800
Leitungseinrichtung V1800 (Verstärkung, Entzerrung, Fernspeisung)
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VKD
Dienstleitungseinrichtung Leitungseinrichtung V1800
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VSU
Umsetzung von SG in 15SG-Einheiten
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VPS
Umsetzung von PG in SG und SG in 15SG-Einheiten |
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VTS
220-Volt-Versorgung |
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