Erreichbarkeit: k = N
Leitweglenkung: maximal 5 alternative Wege
Die Leitungen werden über Umsetzer an das
Leitungsfeld herangeführt. Das Leitungsfeld besteht aus zwei Wahlstufen, der
Eingangsstufe GI und der Ausgangsstufe GU. Beide Stufen setzen sich wiederum aus
jeweils einer A- und einer B-Stufe zusammen. Die Durchschaltung erfolgt vierdrähtig
(5adrig) über ankommende Us -> GIA
-> GIB -> GUB -> GUA -> abgehende
Us .
Die zentralen Steuereinrichtungen organisieren
den Verbindungsaufbau. Ist der Verbindungsaufbau abgeschlossen, schalten sie
sich wieder ab.
Die Fernplätze arbeiten schnurlos. Die
Verbindungen werden, vom Fernplatz gesteuert, im Leitungsfeld durchgeschaltet.
Der Fernplatz kann sich auf die bestehende Verbindung aufschalten.
Das System arbeitet mit einer Betriebsspannung
von 48V=.
Die Hauptvermittlungsstelle Dresden
Im Fernmeldezentrum Dresden am Postplatz (erbaut
von 1977 – 1984) befand sich die HVSt Dresden. Sie wurde durch die Ungarische
Firma BHG Budapest mit System ARM 201/4 als Zwillingssystem errichtet
und am 24.11.1983 in Betrieb gesetzt. Sie besaß 1989
5200 Lp im Eingang und 4000 Lp im Ausgang. Die Unterschiede bei der
Anzahl der Lp am Eingang und am
Ausgang resultierten wesentlich daraus, dass Leitungsbündel unterschiedlicher
Erreichbarkeit (k=10, k=13 und k=N) miteinander verbunden wurden. Für die
gleiche Verkehrsleistung benötigt ein Bündel mit niedriger Erreichbarkeit mehr
Leitungen als ein solches mit hoher Erreichbarkeit.
Das Fernamt nahm am 07.Januar 1984 mit 60 Plätzen seine Tätigkeit auf. Mit
zunehmender Automatisierung des Fernverkehrs verringerte sich die Anzahl der Plätze
kontinuierlich.
Am 06.07.1991 wird eine digitale HVSt mit 16.000
Lp als Bestandteil des Overlay-Netzes betriebsfertig übergeben. Mit ihr werden
die enorm gestiegenen Verkehrsanforderungen in
den Westen Deutschlands kurzzeitig deutlich besser realisiert als vorher.
Overlay- und ARM-HVSt müssen ab diesem Zeitpunkt zusammenarbeiten. Diese
Zusammenarbeit endet mit der Einschaltung einer weiteren digitalen HVSt am
18.08.1992. Somit war die ARM-HVSt Dresden 3144 Tage im Netz.
Aus dem Bestand der ARM-HVSt Dresden sind leider
keine technischen Einrichtungen erhalten geblieben.
1992 hatten die aktiv tätigen Mitarbeiter mehr als alle Hände voll zu tun, um
den Ausbau des Fernmeldenetzes voranzutreiben. Die HVSt wurde demontiert, ohne
dass Einrichtungen in Dresden verblieben.
Im Jahre 2002 ergab sich die Möglichkeit, aus
der Betriebsstelle Saalfeld übertragungstechnische Einrichtungen zu bergen. Bei
dieser Gelegenheit fanden wir eine noch vollständig erhalten gebliebene
ARM-KVSt.
Wegen der deutlich größeren konstruktiven Abmessungen haben wir ARM 20 im
Fundus nicht aufbauen können. Lediglich 2 Prüfwagen und ausgewählte Typen von
Relaisschienen stammen aus dieser Vermittlungsstelle und ergänzen unseren
Bestand. An ihnen kann man insbesondere eine Vielzahl spezieller Relais
und auch Verteilerelemente erkennen.