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Das
Wählsystem 55/55v ist ein System mit Edelmetall-Motor-Drehwählern
(EMD). Der EMD ist die
Weiterentwicklung des Motorwählers von S&H aus dem Jahre 1930, der
schon 1938 in einem Versuchsortsamt in Eisenberg/Thüringen mit großem
Erfolg eingesetzt wurde. Diese erste Ausführungsform lehnte sich zunächst
an die bereits vorhandene Bauform des Schrittschalt-Drehwählers an. Der
übliche Aufbau des Einstellgliedes aus Doppelschleifarmen und der
Kontaktbank aus unedlem Kontaktmaterial sowie das gelötete Vielfach
wurden in dieser Entwicklungsstufe noch beibehalten. Man spricht auch von
der „aufgleitenden Kontaktgabe“, da alle Segmente des Vielfaches von
den Schaltarmen bei der Einstellung des Wählers überstrichen werden. Das
Wesentliche bei dieser Entwicklung war jedoch, dass zum Antrieb des
Einstellgliedes anstelle des bisher verwendeten Stoßklinkenantriebs ein
neuartiger, schnell laufender Gleichstrommotor mit wicklungslosem Anker
Verwendung fand. Diese Wählerform arbeitet wesentlich leiser und erschütterungsärmer
als die bisher verwendeten Schrittschaltwähler, was sich auch bei der
Gesprächsqualität bemerkbar machte. |
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Die
oben aufgeführte Entwicklung führte in den Jahren 1949 bis 1952 in der
BRD zu einer
Neugestaltung des Wählers, wobei auch die Verbesserung der
Kontaktgüte der Sprechadern berücksichtigt wurde. Die Sprechadern werden
erst nach dem Eindrehen der Wählerarme auf die gewünschte
Kontaktbankstelle durch Andrücken der Kontaktarme auf die ebenfalls mit
einer Edelmetallauflage versehenen Lamellen des Kontaktfeldes
durchgeschaltet. Die Kontaktbank selbst wurde bei diesem Wähler neu
konstruiert. Es entstand das so genannte lötstellenfreie Vielfachfeld mit senkrecht angeordneten
Kontaktsegmenten. Man spricht bei der EMD-Technik von der „aufsetzenden
Kontaktgabe“

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Der EMD-Wähler wurde als „Zweidrahtwähler“ im Ortswählsystem 55 und
55v und als „Vierdrahtwähler“ im Fernwahlsystem 62 und 69 mit großem
Erfolg eingesetzt. Das System 55 und 55v löste ab 1960 bis ca. 1980 die
Hebdrehwählersysteme 22 bis 40 ab und war weit verbreitet in der BRD.
System
55v (vereinfacht) unterscheidet sich konstruktiv vom System 55 dadurch
dass die Schrankbauweise fallengelassen und schaltungstechnisch beim LW
auf Merkmale wie orts- und fernmäßige Einstellung, Nachrufen und
Schrankherbeiruf verzichtet wurde, da der Selbstwählferndienst diese
nicht mehr benötigte. Die Fernwahlsysteme 62 und 69 sind systemtechnisch
gleich, es wurde nur beim System 69 in den Registern und Umwertern mit
elektronischen Bauteilen gearbeitet.
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Die
beschriebene Technik war eine Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland
und wurde in der DDR nicht eingesetzt.
In
einer kompletten Gestellreihe (Bild rechts) können jedoch wichtige
Elemente dieses Systems ebenfalls in unserer Sammlung besichtigt werden. |
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